Bergmannkiez – Was ist passiert?

Den größten Teil meines Lebens habe ich in oder bei der Bergmannstraße gewohnt und habe in meinem letzten Beitrag Liebeserklärung an die Bergmannstraße bereits das Straßenbild beschrieben. Nun ist dort jedoch auch viel passiert, das meiste gut, vieles nicht ganz schlecht.

Direkt rechts, wo es zum „Am Tempelhofes Berg“ hochgeht gibt es einen Eckladen. Hier gab es in meiner Jugend eine klassische Videothek. Später wurde sie durch ein Café, erweitert. Dann wurde die Videothek geschlossen, es kam ein Pizzaladen und nun steht es mal wieder leer. Komisch, denn eigentlich ist es doch eine Premiumlocation.

Das Herrlich in der Bergmann
Herrlich. Quelle: Flickr / Frank M. Rafik

Direkt danach kommen das Herrlich, ein wundervoller Männergeschenkeladen, der mit seinem Sortiment aber Männlein und Weiblein gleichermaßen beglückt. Dann kommt das Bergmann, ein wirklich fantastischer, gemütlicher und individueller Klamottenladen, der einen Besuch stets Wert ist.

Bald kommt man an einen riesigen Ärztehaus-Komplex mit Supermärkten, Fitnessstudio und Co. Sicherlich ist dies eine sinnvolle Veränderung, jedoch war hier früher nach der Schließung eines Supermarkts ein großer alternativer Plattenladen mit einem kleinen Café-/Bar-Ding hinten im Hof. Das war ein wundervoller Ort und es war sehr traurig als sie es schließlich abrissen. Ein weiterer Plattenladen, kurz vor der nächsten Ecke, welcher einfach in die Bergmannsfraße gehörte, hat leider auch das Zeitliche gesegnet.

Auf der anderen Straßenseite ist nicht viel passiert. Aber ich möchte dennoch den großen Italiener hervorheben, der zwar teuer ist, aber eine gute Pizza serviert. Hier war früher mal ein kleiner klassischer Waschsalon. Irgendwann wurde hinten im Salon ein Weinladen eröffnet. In einem weiteren Schritt gab es dann einen Pizzaverkauf vorne an der Straße. Von jetzt auf gleich waren Waschsalon, Weinladen und Pizzastand weg und wurden in ein Restaurant verwandelt.

Knofi alias die schönen Schwestern
Die schönen Schwestern. Quelle: Flickr / Frank M. Rafik

In der Zweiten Hälfte gibt es noch das Kofi, unter Kennern auch „die schönen Schwestern“ genannt. Früher gab es nur den Laden auf der linken Straßenseite, in welchem leckere Pasten, Oliven und Co, aber auch Henna für die Haare und viele andere Kleinigkeiten verkauft wurden. Irgendwann übernahmen sie dann noch den türkischen Obst- und Gemüsestand auf der anderen Straßenseite und führen jetzt zwei tolle Café-Restaurant mit Verkauf von allerlei Leckereien für zu Hause.

Eigentlich ist jetzt nur noch das Plaste und Elaste zu erwähnen, welches Fetisch- und Lackklamotten verkauft, aber früher niemals neugierige Jugendliche rausgeworfen hat, die einfach mal witzige Lack- und Lederkostümchen anprobieren wollten (hat man mir erzählt 🙂 ).

Ansonsten gibt es noch eine Vielzahl neuerer Cafés. Aber im Großen und Ganzen haben sich die meisten Lokalitäten und Läden trotz Gentrifizierungsversuche gehalten. Vor allem das Turandot ist hier positiv zu erwähnen, da es sich stets treu geblieben ist und weder die Deko noch die Preise der steigenden Beliebtheit des Bergmannkiez nachgegeben hat. Darüber hinaus gibt es noch second-hand Läden, Tischler, Künstler, einen chaotischen aber tollen second-hand Buchladen und vieles mehr.

Es ist einfach nach wie vor noch ein fast magischer Ort!